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Nachhaltig und aus der Region: Bio-Rübenzucker

Nachhaltig und aus der Region: Bio-Rübenzucker


Zuckerrüben (c) Canva

Oft steht in Backrezepten „Roh-Rohrzucker“, oft wegen des karamelligen Geschmacks oder auch, weil er etwas weniger verarbeitet ist. Aber Rohrzucker kommt immer aus Übersee, denn Zuckerrohr ist eine tropische Pflanze. Entsprechend groß ist die Umweltbelastung durch den weiten Transport, den hohen Flächenbedarf und die Art der Verarbeitung. Das zeigte eine Studie der Beratungsgesellschaft EBP Schweiz AG, die den Umweltfußabdruck von Bio-Rübenzucker aus Süddeutschland und importiertem Bio-Fairtrade-Rohrzucker aus Paraguay verglichen hat. Bio-Rübenzucker belastet danach die Umwelt um etwa 37 Prozent weniger als Bio-Fairtrade-Rohrzucker.

Mittlerweile ist Bio-Rübenzucker aus Europa auf dem Markt, oft sogar in Verbandsqualität, zum Beispiel von Bioland, Demeter oder Gäa. Von Gutding gibt es Bio Rübenzucker aus Deutschland sogar im Pfandglas. Weil die Melasse – anders als bei Rohrzucker - einen unangenehmen Beigeschmack hat, wird Rübenzucker nur in gereinigter Form angeboten, mehrfach gewaschen. Ist er deswegen weniger gesund? Diese Frage ist bei Zucker tatsächlich wenig sinnvoll, denn Zucker und Zucker-Alternativen sind immer Genussprodukte, die sparsam verwendet werden sollten. Brauner Zucker enthält zwar einige Mineralien und Aromastoffe, für eine vollwertige Ernährung sind sie aber nicht relevant.

Viele Bio-Unternehmen bevorzugen regionalen Bio-Rübenzucker, zum Beispiel bezieht die Bohlsener Mühle ihn seit 2020 vollständig aus Norddeutschland. Nach der Ernte werden die Rüben in der Region verarbeitet und haben daher nur einen kleinen CO₂-Fußabdruck. Zudem bereichern Zuckerrüben die Fruchtfolge, fördern die Bodenfruchtbarkeit und verdrängen tief wurzelnde Unkräuter wie Disteln und Ampfer. Das freut das Getreide, das im nächsten Jahr auf dem Feld wächst. Auch die Molkerei Söbbeke setzt auf heimischen Rübenzucker, zum Beispiel für die Bio-Saisonjoghurts im Mehrwegglas und bei der Joghurt-Linie „Pur Bio“. In diesem Jahr hat auch der Bauckhof begonnen, seine glutenfreien Kuchenbackmischungen von Rohrohrzucker auf heimischen Rübenzucker umzustellen, um die Beschaffung nachhaltiger zu gestalten und den ökologischen Anbau in der Region zu unterstützen. Im Hafer-Crunchy wurde Rübenzucker von Anfang an eingesetzt. Perspektivisch möchte Bauckhof auch die Demeter-Produkte auf Rübenzucker umstellen, allerdings ist noch nicht ausreichend regionaler Demeter-Rübenzucker verfügbar.



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