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Zunder für die Politik, Hoffnung für die Umwelt

Zunder für die Politik, Hoffnung für die Umwelt


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Ein Ergebnis des Berichts: Die Welt braucht
eine klimaverträgliche und ressourcenschonende,
möglichst regionale Landwirtschaft.

Ein Abschlussbericht, eine Kommission – so etwas klingt immer etwas langweilig. Aber im Abschlussbericht „Zukunft Landwirtschaft – eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“, den die Zukunftskommission Landwirtschaft im Juli fertiggestellt hat, liegt richtig Zunder für die Politik und Hoffnung für Umwelt und Landwirtschaft.

Überraschend waren sich nach zehn Monaten Diskussion alle 30 Fachleute aus Landwirtschaft, Natur-, Umwelt-, Verbraucher- und Tierschutz, Wissenschaft und Wirtschaft einig, dass die Landwirtschaft dringend eines grundlegenden Umbaus bedarf, der unverzüglich beginnen muss. Sie überreichten das fertige Werk an Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die Bundesregierung hatte die Zukunftskommission eingesetzt, um Empfehlungen für eine nachhaltige, ökologisch und ökonomisch tragfähige Landwirtschaft in Deutschland zu erhalten.

Was soll nun folgen auf Jahrzehnte der politisch gewollten Intensivierung in der Landwirtschaft mit verheerenden Folgen für Natur, Trinkwasser und zahlreiche Betriebe, die aufgeben mussten? Hilfreich war eine Vision für eine klimaverträgliche und ressourcenschonende, möglichst regionale Landwirtschaft, gemeinsam entwickelt von den beiden jüngsten Kommissionsmitgliedern von der BUNDjugend und dem Bund der Deutschen Landjugend. Tatsächlich fordert der Bericht nun, die milliardenschweren Direktzahlungen aus Brüssel schrittweise und am Ende vollständig (!) an gesellschaftlichen Zielen wie Beispiel Natur-, Umwelt- und Klimaschutz auszurichten. Eine finanziell attraktive Honorierung von Gemeinwohlleistungen soll zum Beispiel dabei helfen, zehn Prozent der Agrarlandschaft künftig als Lebensraum für die Artenvielfalt zur Verfügung zu stellen, aber auch, um mehr Klimaschutz in der Landwirtschaft zu erreichen.

Bei der neuen Gentechnik spricht sich die Zukunftskommission klar für das Vorsorgeprinzip und die entsprechende Regulierung aus. Mit Blick auf die EU-Ziele der „Farm-to-Fork“-Strategie fordert sie eine Agrarpolitik zur Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels aus dem Pariser Klimaabkommen. Weitere Punkte: Ausbau des Ökolandbaus, weniger Pestizide, Verringerung des Konsums tierischer Lebensmittel und eine Reduzierung der Nutztierbestände. Das hatte die exportorientierte Agrarindustrie bislang kategorisch abgelehnt. Damit der Umbau gelingt, empfiehlt die Kommission Abgaben auf Fleisch, aber auch auf Fett, Salz oder Zucker. Dafür könnte die Mehrwertsteuer auf Obst und Gemüse sinken. Der Deutsche Naturschutzring hat angekündigt, dass sich Kommissionsmitglieder aktiv in den Koalitionsbildungsprozess einbringen werden, um zu erreichen, dass die Grundzüge der Vereinbarung in den nächsten Koalitionsvertrag aufgenommen werden.


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